Erfolgreiche Integration ist ein Geben und Nehmen – den Betroffenen de facto auszurichten, dass man an ihrer Bereitschaft ohnehin zweifelt, ist unsäglich, aber offensichtlich in Mode
„Es ist dieselbe eindimensionale Botschaft, die wir von LR Dörfel immer wieder hören. In seinem Integrationsverständnis geht’s nur darum, einzufordern. Darum, was die Betroffenen zu tun und zu leisten haben. Es ist eine permanente verbale Rute für die Menschen. Aber Integration kann nur erfolgreich sein, wenn Respekt und Bereitschaft auf beiden Seiten gelebt werden. Wenn jede Seite ihren Teil zum Gelingen beiträgt. Selbstverständlich auch die Politik, Herr Landesrat, in dem sie der Gesellschaft Integrationpositiv vermittelt. Als Realität, Bereicherung und Chance und nicht nur als Gefahr und Bedrohung. Aber das Blinken nach rechts ist ja schwer in Mode bei der ÖVP, auch wenn der Erfolg überschaubar ist“, kommentiert der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr die Schwerpunkte des Integrationsressorts.
Es ist offensichtlich, dass es nicht nur eine Botschaft an die Menschen mit Migrationshintergrund ist, sondern gleichzeitig an die Bevölkerung. „Schaut her, wie streng wir sind. Um das geht’s. Dass sich die Betroffenen um Integration bemühen, ist eine Grundvoraussetzung. Das ist doch klar. Aber ihnen immer wieder de facto auszureichten, dass man an ihrer Bereitschaft ohnehin zweifelt, ist unsäglich. Aber offenbar haben wir eine politische Mixtur im Land, die es so schwer macht, den Betroffenen mit einem Integrationsprogramm der Anerkennung und Aufmunterung zu begegnen“, betont Mayr.
Mayr: „Erfolgreiche Integration ist ein Geben und Nehmen, keine Einbahnstraße. Eine Politik, die Integration ernst nimmt, muss mehr tun, als Respekt und Werte als Schwerpunkte zu definieren. Sie hat für optimale Rahmenbedingungen für Integration zu sorgen. Darunter etwa Sprachkurse, die für die Leute erreichbar und bezahlbar sind, Zugang zum Arbeitsmarkt und Anerkennung von Qualifikationen. Und sie hat für eine Atmosphäre im Land zu sorgen, die das vermeintlich Fremde nicht vorrangig kritisch beäugt“.
