Das Kaninchen vor der Autoschlange: Wie sich ein Park-and-Ride-Ausbau still und heimlich in Luft auflöst

110.000 Menschen pendeln jeden Tag nach Linz, davon 75 Prozent mit dem PKW. Dass das, nicht nur in den Morgenstunden, zu einer massiver Staubelastung führt, liegt auf der Hand. Das ärgert dann nicht nur die PendlerInnen, das gefährdet auch die Gesundheit vieler LinzerInnen. Neben der Feinstaubbelastung werden auch regelmäßig Überschreitungen bei den Stickstoffdioxidwerten gemessen, was zu 80 Prozent dem PKW-Verkehr zugeschrieben wird. Das Kaninchen vor der Autoschlange: Wie sich ein Park-and-Ride-Ausbau still und heimlich in Luft auflöst weiterlesen

Der Westring und die vermutlich teuersten Würstel der Welt

Bier, Würstel, Musik, Schaufeln, ein Sandhaufen – und viele PolitikerInnen: Das sind die Zutaten für eine schöne Spatenstichfeier, die gerne am Beginn von Bauarbeiten steht. So ähnlich war das auch bei der A26, der Linzer Westringautobahn, der Fall. Im Juli 2015 wurde dafür eine Bühne am Linzer Hauptplatz aufgebaut, Biertische für tausende Gäste aufgestellt, Opus als musikalisches Highlight gebucht, ein paar Kinder organisiert, 120.000 Flugblätter gedruckt, fast 500.000 Gutscheine für Würstel und Bier produziert. Der Westring und die vermutlich teuersten Würstel der Welt weiterlesen

FPÖ im Kampf gegen Verkehrsschilder

In der heutigen Gemeinderatssitzung war der FPÖ das „Binnen-I“ einen eigenen Antrag wert, in dem gefordert wurde, auf ebendieses zu verzichten (hier gibt es übrigens den Leitfaden „Geschlechtergerechte Sprache“ der JKU Linz, PDF, 668kb). So hatte es die FPÖ zumindest vor. Blöderweise verlieh dem Antrag gerade die Grammatikschwäche des Antragsstellers besondere Würze, forderte die FPÖ doch tatsächlich „keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln mehr anbringen“ (siehe untenstehender Antragstext). Dass es sich dabei um Schilder mit „Binnen-I“ handeln solle, wurde nur anhand eines Beispiels in Klammer erwähnt.

Aber damit nicht genug: Die FPÖ wollte also nicht nur, dass keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln mehr angebracht werden sollten, diese – ja eigentlich nicht anzubringenden Schilder – sollten sogleich auch im Zuge von planmäßigen Erneuerungen möglichst kostenneutral durch solche ohne „Binnen-I“ ersetzen. Zuerst nicht anbringen und dann auch gleich ersetzen. Aha.

Der gesamte Antragstext lautete:

Im Sinne echter Gleichbehandlung sowie zur Einhaltung der deutschen Orthographie und zur Verbesserung von Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Verständlichkeit soll die Stadt Linz

  1. künftig auf das „Binnen-I“ im gesamten Schriftverkehr sowie auf allen Internetportalen verzichten und dieses ggf. entfernen,
  2. folglich keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln (z.B. mit Wortlauten wie „RadfahrerInnen“) mehr anbringen und diese im Zuge von planmäßigen Erneuerungen möglichst kostenneutral durch solche ohne „Binnen-I“ ersetzen.

Dass es in Linz tatsächlich wohl das eine oder andere Verkehrsschild zu viel gibt, ist wohl unbestritten, immerhin nahm sich die Stadt des Problems bereits an.Aber gleich gar keine neuen Schilder mehr anzubringen, halte ich für übertrieben.

Man mag mir jetzt vorwerfen, dass meine sprachliche Analyse des FPÖ-Antrags zwar vielleicht inhaltlich richtig, aber dennoch kleinkariert sein. Das sehe ich auch so: Aber wer derartig kleinkariert gegen geschlechtergerechte Sprache auftritt, wie es die FPÖ macht, wird es auch vertragen, wenn ich kleinlich darauf reagiere und von den HüterInnen der deutschen Sprache auch eine gewisse Vorbildfunktion erwarte.

In diesem Sinne: Erst deutsch, dann Antrag.