#fridaysforfuture, McDonald’s und die SUVs

Es ist ja alles so einfach: Sie gehen nach der Demo zum Mci, sind vermutlich mit SUVs angereist, ihre Regenjacken sind aus Plastik und Red Bull trinken sie auch sicher. Also können diese ganzen jungen Leute, die zum Beispiel auch bei Fridays for Future in Linz unterwegs waren, es doch gar nicht ernst meinen mit dem Klimaschutz. Oder etwa doch?

Wer heute auf den größeren Nachrichtenseiten ein paar Postings über die großartigen #fridaysforfuture-Demonstrationen auf der ganzen Welt gelesen hat, dürfte nicht übersehen haben, dass sich ein paar besonders interessante Argumente in die Kommentare gemischt haben. Aber die sind so laut, so zynisch und so aufgeregt, wie sie falsch sind.

Was hier nämlich gemacht wird, ist, die Zukunft des Planeten einzig und alleine auf die Eigenverantwortung abzuschieben, auf das Individuum. Es wird suggeriert, dass der Klimawandel gestoppt wird, wenn Leute auf einmal nicht mehr Fliegen, kein Fleisch mehr essen und nur mehr mit den Öffis unterwegs sind. Und ja, es ist toll, wenn Menschen versuchen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. Ich versuche das auch. Jeder Beitrag zählt, und natürlich ist Bewusstseinsbildung wichtig. Aber das entlässt die Politik nicht aus der Verantwortung! Im Gegenteil!

Man ist nicht dann glaubwürdig, wenn man päpstlicher ist als der Papst. Man ist es dann, wenn man Verhältnisse ändern will – so wie die vielen jungen Leute, die heute auf der Straße waren, das wollen. Wenn man in der Öffentlichkeit (und ja, dafür sind Demos da, vor allem während der Unterrichtszeit) dafür kämpft, dass es eine Systemänderung gibt.

Dass man Druck dafür aufbaut, bis die Politik handelt. Dass es ein Ende haben muss, dass Kerosin von der Steuer befreit ist, Bahnreisen aber nicht. Dass die Politik Massentierhaltung fördert und die kleinstrukturierte Landwirtschaft sterben lässt. Dass auch 2019 noch immer Autobahnen gebaut statt Eisenbahnschienen verlegt werden. Oder dass Gesetze ein Wirtschaftssystem ermöglich, dass auf Ausbeutung und Umweltzerstörung basiert. Es geht nicht um bessere Menschen, es geht um bessere Politik. Es geht um bessere Gesetze!

Wenn junge Leute zeigen, dass es ihnen nicht egal ist, ob der Planet kippt, dass es ihnen darum geht, dass die Politik nicht nur redet, sondern auch handeln soll, dann kann man sich vor diesen Leuten nur verneigen. Sie haben schon mehr zusammengebracht als weite Teile der herrschenden Politik. Und auch viel mehr, als die Zyniker in den Kommentarfeldern…

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