Der Westring und die vermutlich teuersten Würstel der Welt

Bier, Würstel, Musik, Schaufeln, ein Sandhaufen – und viele PolitikerInnen: Das sind die Zutaten für eine schöne Spatenstichfeier, die gerne am Beginn von Bauarbeiten steht. So ähnlich war das auch bei der A26, der Linzer Westringautobahn, der Fall. Im Juli 2015 wurde dafür eine Bühne am Linzer Hauptplatz aufgebaut, Biertische für tausende Gäste aufgestellt, Opus als musikalisches Highlight gebucht, ein paar Kinder organisiert, 120.000 Flugblätter gedruckt, fast 500.000 Gutscheine für Würstel und Bier produziert.

Viel Aufwand für eine Party, die man sich auch gerne etwas kosten lässt: 250.000 Euro exkl. MwSt. hat die Sause gekostet, wie die Beantwortung einer Anfrage von Gabriela Moser ergeben hat. Blöderweise hat die Spatenstichfeier außer den anwesenden PolitikerInnen kaum jemanden interessiert, gerade einmal 500 BesucherInnen sollen den Hauptplatz an diesem recht warmen Nachmittag besucht haben. Das macht netto unglaubliche 500 Euro pro Gast.

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Was an der Angelegenheit noch originell ist? Zwar gab es einen Spatenstich, aber keinen Baubeginn. Kein Wunder, sind doch noch lange nicht alle Bescheide für den Westring rechtsgültig. Mittlerweile rechnet sogar die Afinag damit, dass erst im Herbst 2017 mit dem Bau begonnen werden kann – also mehr als zwei Jahre nach der pompösen Party. Fast könnte man den Eindruck bekommen, dass die Feier nur deswegen im Juli 2015 stattgefunden hat, um noch schnell ein wenig Aktivität vor der Landtags- und Gemeinderatswahl im September des selben Jahres vorzutäuschen.

Dass der Westring verkehrs-, umwelt- und finanzpolitischer Holler ist, wurde schon öfter dargestellt. Und die Spatenstichfeier rundet dieses desaströse Gesamtbild wirklich gut ab.

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