Kulturentwicklungsplan Linz

Neuer Kulturentwicklungsplan wird beschlossen

Als ob es gestern gewesen wäre: Am 15. Oktober 2007 bin ich gemeinsam mit dem letzte Woche leider viel zu früh verstorbenen Jürgen Himmelbauer bei einer Pressekonferenz im Lentos-Café gesessen und habe einen Gemeinderatsantrag vorgestellt. Unsere Forderung war: Der im Jahr 2000 beschlossene Kulturentwicklungsplan (KEP) sollte evaluiert werden, um anschließend eine Neufassung vorzunehmen. Mein Antrag war nicht nur im Sinne des „Alten KEP“, der sich das Prinzip „work in progress“ auf die Fahnen heftete, sondern basierte auch auf kulturpolitischen Wandlungen der Nullerjahre: Linz bewarb sich um die Ausrichtung der Europäischen Kulturhauptstadt, das Lentos wurde eröffnet, Gerüchte über die Schließung der Tabakfabrik geisterten herum, und vieles, vieles mehr.

Mein Antrag wurde damals dem Kulturausschuss zugewiesen, den er nie wieder verlassen sollte, immerhin hatte sich dieses Gremium damals den Ruf erarbeitet, als „schwarzes Loch“ zu fungieren (irgendwo in den Untiefen des Ausschusses ist unter anderem auch mein Antrag auf Verbesserung der Situation bei Proberäumen verschollen).

Rund eineinhalb Jahre später, mittlerweile befanden wir uns schon im Kulturhauptstadtjahr, versuchte ich im Gemeinderat, den Antrag aus dem Kulturausschuss wieder herauszuholen. Dieser Vorstoß fand nicht unbedingt erfreute Reaktionen der anderen Fraktionen, die allesamt nicht zustimmten.

Ein Jahr später, im März 2010, dann der dritte Versuch. Fast klang es wie eine gefährliche Drohung, als der Antrag wieder dem Ausschuss zugewiesen wurde, aber diesmal sollten die Bemühungen von Erfolg gekrönt sein und der Prozess begann zu laufen. Umfassende wissenschaftliche Vorarbeiten, Workshops mit Interessierten, Vorträge von ExpertInnen, Diskussionen in Ausschüssen und Klausuren, vorläufige Versionen, Rückmeldungen, Abänderungen.

Am Donnerstag ist es nun so weit: 1.928 Tage nach der Pressekonferenz wird der „neue KEP“ im Gemeinderat beschlossen. Zeit also, um den vielen, vielen Menschen zu danken, die an der Erstellung beteiligt waren: Den vielen TeilnehmerInnen in den Workshops für die spannenden Diskussionen, dem Team von Liqua für die Grundlagenarbeit, dem Stadtkulturbeirat für die laufende inhaltliche Mitarbeit, dem gesamten Team von LinzKultur, den WorkshopleiterInnen, den in der Vorbereitung interviewten ExpertInnen, der Steuerungsgruppe, dem Advisory Board und vielen, vielen mehr.

Das war fürs Erste ein kurzer Rückblick, welchen Weg der neue Kulturentwicklungsplan durch die gemeinderätlichen Gremien genommen hat, in den nächsten Tagen folgen Einschätzungen zu den Inhalten und Ausblicke in die Zukunft.

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