FPÖ im Kampf gegen Verkehrsschilder

In der heutigen Gemeinderatssitzung war der FPÖ das „Binnen-I“ einen eigenen Antrag wert, in dem gefordert wurde, auf ebendieses zu verzichten (hier gibt es übrigens den Leitfaden „Geschlechtergerechte Sprache“ der JKU Linz, PDF, 668kb). So hatte es die FPÖ zumindest vor. Blöderweise verlieh dem Antrag gerade die Grammatikschwäche des Antragsstellers besondere Würze, forderte die FPÖ doch tatsächlich „keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln mehr anbringen“ (siehe untenstehender Antragstext). Dass es sich dabei um Schilder mit „Binnen-I“ handeln solle, wurde nur anhand eines Beispiels in Klammer erwähnt.

Aber damit nicht genug: Die FPÖ wollte also nicht nur, dass keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln mehr angebracht werden sollten, diese – ja eigentlich nicht anzubringenden Schilder – sollten sogleich auch im Zuge von planmäßigen Erneuerungen möglichst kostenneutral durch solche ohne „Binnen-I“ ersetzen. Zuerst nicht anbringen und dann auch gleich ersetzen. Aha.

Der gesamte Antragstext lautete:

Im Sinne echter Gleichbehandlung sowie zur Einhaltung der deutschen Orthographie und zur Verbesserung von Lesbarkeit, Übersichtlichkeit und Verständlichkeit soll die Stadt Linz

  1. künftig auf das „Binnen-I“ im gesamten Schriftverkehr sowie auf allen Internetportalen verzichten und dieses ggf. entfernen,
  2. folglich keine neuen Verkehrs-, Zusatz- oder Hinweistafeln (z.B. mit Wortlauten wie „RadfahrerInnen“) mehr anbringen und diese im Zuge von planmäßigen Erneuerungen möglichst kostenneutral durch solche ohne „Binnen-I“ ersetzen.

Dass es in Linz tatsächlich wohl das eine oder andere Verkehrsschild zu viel gibt, ist wohl unbestritten, immerhin nahm sich die Stadt des Problems bereits an.Aber gleich gar keine neuen Schilder mehr anzubringen, halte ich für übertrieben.

Man mag mir jetzt vorwerfen, dass meine sprachliche Analyse des FPÖ-Antrags zwar vielleicht inhaltlich richtig, aber dennoch kleinkariert sein. Das sehe ich auch so: Aber wer derartig kleinkariert gegen geschlechtergerechte Sprache auftritt, wie es die FPÖ macht, wird es auch vertragen, wenn ich kleinlich darauf reagiere und von den HüterInnen der deutschen Sprache auch eine gewisse Vorbildfunktion erwarte.

In diesem Sinne: Erst deutsch, dann Antrag.

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