Grüne Vorwahlen?

Grüne Vorwahlen?
Grüne Vorwahlen?

Will man auf die Grüne KandidatInnen-Liste für den Nationalrat, für einen Landtag oder für einen Gemeinderat, muss man kein Parteimitglied sein, nur für das aktive Wahlrecht ist ein grünes Parteibuch notwendig. Bei den Grünen in OÖ ist es so, dass sowohl die Gemeinderatslisten als auch die Landtagslisten von allen Mitgliedern gewählt werden, es gibt also kein Delegiertensystem: Wer kommt darf wählen. Eine Besonderheit beim Wahlsystem gibt es in Wien, wo man nicht einmal Mitglied sein muss, um wählen zu dürfen, es reicht, wenn man sich als UnterstützerIn registrieren lässt.

Vorgestern hat mein Twitter-Client beinahe ununterbrochen gefiept, der RSS-Reader hat außergewöhnlich oft gebimmelt. Und das alles deswegen, weil sich vor einigen Tagen in Wien ein paar BlogerInnen auf Einladung von Helge Fahrnberger, Jana Herwig und Martin Schimak zusammengesetzt haben und das Projekt „Grüne Vorwahlen“ gestartet haben. Ziel dieser Initiative ist es, möglichst viele Grün-SympathisantInnen dafür zu gewinnen, sich als UnterstützerInnen der Grünen registrieren zu lassen und damit die Liste für die Gemeinderatswahlen mit zu bestimmen.

Eine spannende Sache, war mein erster Gedanke. Gut, wenn es Initiativen gibt, die zur Öffnung der Partei beitragen, egal, ob sie von innen kommen oder von außen. Noch besser ist es, wenn Menschen sagen: Es ist nicht egal, was bei den Grünen passiert, wir wollen dabei mitreden, wie Grüne Listen für Wahlen aussehen.

Der zweite Gedanke ging dann schon ein bisschen weiter: Was sind eigentlich die Aufgaben von Parteien des 21. Jahrhunderts? Also habe ich mir wieder einmal verschiedene Ansätze auf Wikipedia durchgelesen, was wiederum dazu geführt hat, mir ein bisschen über meine Funktion bei den Grünen den Kopf zu zerbrechen. Was will ich hier eigentlich?

Ich möchte mich mit anderen Menschen, die ähnliche Interessen wie ich haben, austauschen, ich will politische Standpunkte diskutieren und entwickeln, ich will dahingehend mitarbeiten, die Gesellschaft so zu gestalten, wie ich sie mir vorstelle: Solidarisch, weltoffen, ökologisch. Die Möglichkeit, die Menschen meines Vertrauens in bestimmte Gremien zu wählen, ist sicher auch ein wichtiger Bestandteil meiner Tätigkeit bei den Grünen, aber nicht der einzige.

Die Initiative „Grüne Vorwahlen“ bewerte ich also durchaus positiv im Sinne einer breiteren politischen Partizipation. Sie ist für mich aber auch vor allem auch eine Herausforderung für die Grünen (nicht nur in Wien, sondern allgemein). Die spannende Frage wird sein, ob es gelingt, die Menschen, die sich jetzt organisieren, auch für eine Mitarbeit zu gewinnen, die über die Wahl von KandidatInnen hinaus geht.

Ein Gedanke zu „Grüne Vorwahlen?“

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