Freie Lizenzen: Sonderförderung in Linz

Seit dem Jahr 2009 werden von der Stadt Linz digitale bzw. digitalisierbare Veröffentlichungen, die zu nichtkommerziellen Zwecken der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, durch eine Sonderförderung unterstützt. Kunst- und Kulturprojekte, die unter einer freien Lizenz veröffentlicht werden, erfahren eine zusätzliche Förderung durch einen Pauschalaufschlag von 10% über dem von Linz Kultur erarbeiteten Vorschlag.

Um herauszufinden, ob diese Förderung auch in der Praxis funktioniert, habe ich im Gemeinderat eine Anfrage an den zuständigen Kulturreferenten Dr. Erich Watzl (ÖVP) gestellt, die er mir in der heutigen Sitzung beantwortet hat. Das Positive zuerst: Alle Anträge auf Sonderförderung wurden genehmigt. Die Einschränkung: Es gab bislang laut Anfragebeantwortung erst 8 Ansuchen (2009: 2; 2010: 0;2011: 6). Insgesamt wurden seit 2009 ganze 660 Euro an zusätzlicher Förderung für unter eine Freien Lizenz veröffentlichte Kunst- und Kulturprojekte ausgeschüttet. UPDATE (16.09.11): 2009 wurden 200 Euro ausbezahlt, 2011 waren es 460 Euro.

Diese Zahlen, die nicht unbedingt darauf hinweisen, dass die Förderung schon wirklich funktioniert, lassen für mich ein paar mögliche Schlüsse zu. Die aus meiner Sicht wahrscheinlichste Variante: Die zusätzliche Förderung für unter einer Freien Lizenz veröffentlichte Werke ist bei den FörderwerberInnen noch nicht bekannt. Das würde bedeuten, dass eine intensivere Bewerbung dieser durchaus sinnvollen Maßnahme notwendig ist. Ebenfalls möglich ist natürlich, dass grundsätzlich nur eine sehr geringe Anzahl an Kunst- und Kulturprojekten gefördert werden, wodurch Sonderförderungen gar nicht möglich sind.

Sollte es unter meinen geschätzten Blog-BesucherInnen welche geben, die Erfahrungen mit der Sonderförderung haben, bin ich natürlich auf Berichte sehr gespannt.

Weiterführende Informationen:

Update (27.09.2011): Andrea Mayer-Edoloeyi berichtet auf ihrem Blog, dass das Thema auch im Linzer Stadtkulturbeirat behandelt wurde und dass bereits erste Schritte in Planung sind, um die (Förder-)Situation zu verbessern.

10. Gemeinderatssitzung: Kurze Vorschau

Morgen findet ab 14.00 Uhr im Alten Rathaus die 10. Gemeinderatssitzung statt (die Sitzung ist wie immer öffentlich zugänglich, falls jemand vorbeikommen möchte). Die Tagesordnung ist diesmal nicht nur umfang-, sondern auch abwechslungsreich. Diskussionen wird es zum Beispiel bei Punkt I.2 geben: In diesem Antrag geht es um die Übernahme der Kosten für die Linzer Weihnachtsbeleuchtung, die – im Unterschied zu Salzburg, Graz und vielen anderen Städten – in Linz alleine aus Steuergeldern finanziert wird. Immerhin 375.000 Euro kosten dabei Montage, Demontage und Reparaturarbeiten für das Jahr 2010, dazu kopmmen auch noch die Stromkosten. Kritik kam bereits vom Kontrollamt der Stadt Linz (vgl. OÖN vom 25. Juni 2010). Dass die zuständige Wirtschaftsstadträtin Susanne Wegscheider (ÖVP) von einer Mitfinanzierung durch die Wirtschaft nichts hält, hat sie bereits in der Krone vom 16. Oktober 2010 verlautbart. Von meinem Kollegen Michael Svoboda gibt es zur Weihnachtsbeleuchtung zusätzlich eine Anfrage. Continue reading

8. Gemeinderatssitzung: Kurze Vorschau

Nachdem ich tatsächlich schon darauf angesprochen wurde, ob ich denn meine Gemeinderatsberichterstattung eingestellt hätte, muss ich mich für meine mangelnde Blog-Aktivität entschuldigen. War in letzter Zeit wohl etwas viel zu tun, was mich meinen Blog hat vernachlässigen lassen. Ich gelobe Besserung – und fange anlässlich der heutigen Gemeinderatssitzung gleich damit an.

Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Tagesordnung der 8. Sitzung bzw. auf die aus meiner Sicht spannendsten Punkte:

Zu Beginn der Sitzungen werden wie immer die Anfragen beantwortet. Meine Anfrage betrifft die Nachhaltigkeit von Linz09, im Speziellen möchte ich vom für Kultur zuständigen Vizebürgermeister Dr. Erich Watzl (ÖVP) wissen, welche der Stadtteilprojekte, die 2009 stattfgefunden haben, heuer durch Förderungen der Stadt Linz weitergeführt werden können – und welche nicht.

Nach den Anfragen gibt es die Anträge des Stadtsenats, dabei werden wir uns unter Punkt F. der Tagesordnung mit der Nachwuchsförderung für den LASK (72.000 Euro für 2010), mit dem heurigen Pflasterspektakel (max. 240.000 Euro), mit Bildungsprojekten an der VHS (rund 380.000 Euro) und mit dem Kronefest (insg. max. 78.000 Euro für 2010) auseinandersetzen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden diese Förderungen auch in dieser Form beschlossen… Continue reading

Jugendzentrum für die Solarcity!

Anteil 0-18jährige in Linz (Quelle: Stadt Linz / linz.at)

Anteil 0-18jährige in Linz (Quelle: Stadt Linz / linz.at)

Ebelsberg ist der Stadtteil in Linz, der den höchsten Anteil an jungen Menschen aufweist (siehe nebenstehende Grafik; Stand: 1.1.2009). Während im Zentrum von Ebelsberg das Jugendzentrum Cloob angesiedelt ist, fehlen in der Solarcity – abgesehen vom Sportpark – die Plätz für junge Menschen. Auf der zweiten Grafik ist ersichtlich, dass in der Solarcity momentan nur eine Streetworkeinrichtung angesiedelt ist (das ist der kleine grüne Punkt im Südosten von Linz). Dem Streetwork steht dabei nur ein kleiner Raum zur Verfügung – viel zu wenig, um den Jugendlichen Platz zu bieten und gleichzeitig auch beratend zur Seite zu stehen.

Jugendzentren in Linz (Quelle: Stadt Linz / linz.at)

Jugendzentren in Linz (Quelle: Stadt Linz / linz.at)

Jugendliche haben in der Solarcity bereits über 1.000 Unterschriften für die Errichtung eines Jugendzentrum gesammelt, ein klares Zeichen dafür, dass diese Forderung von breiten Teilen der Bevölkerung mitgetragen wird.

Wir Grüne haben in der letzten Gemeinderatssitzung eine Anfrage an Vizebürgermeisterin Holzhammer (SPÖ) gestellt, um herauszufinden, ob es bereits Pläne gibt, um den Jugendlichen in der Solarcity ein Jugendzentrum zur Verfügung zu stellen. Nachdem das Ergebnis der Anfrage wenig aussagekräftig war, stellen wir in der nächsten Sitzung einen Antrag, mit dem erreicht werden soll, dass unter Einbeziehung von Jugendlichen und ExpertInnen ein Konzept für ein Jugendzentrum erstellt werden soll, das dann – so bald wie möglich – auch in die Realität umgesetzt wird.

Die Problematik der fehlenden Räume für Jugendliche wurde übrigens auch im Rahmen des Festivals der Regionen im Projekt “Claim your space” thematisiert.

Über den Verlauf der Debatte im Gemeinderat und die weiteren Entwicklungen werde ich natürlich weiter informieren.